Summerjazz Online

Summerjazz Pinneberg

Der SummerJazz Pinneberg, das nunmehr 25-jährige Jazz-Festival, darf wegen Corona nur online stattfinden. Aber immerhin, es findet statt. 50 Künstler (darunter auch Cristina und ich) haben fleißig Videos gedreht und versuchen, den Flair des jährlichen Open-Air-Spektakels ein wenig aufrechtzuerhalten. Und damit das ganze durch einen schönen Rahmen zusammengehalten wird, habe ich eine Webseite gebaut, in der das Stadtpanorama Pinnebergs (ja, so etwas gibt es) dazu einlädt, sich durch die Videos zu schauen: www.summerjazz-online.de

Am Eröffnungstag durfte ich dann im großen Saal in Pinneberg vor coronabedingt kleiner Zuschauerzahl gemeinsam mit dem Summerjazz-Vorsitzenden die Anmoderation der Eröffnung machen, und auch ein wenig am Klavier sitzen und die Pausenmusik des NDR von vor 30 Jahren zum Besten geben.

Summer Jazz Pinneberg

Und dann, nachdem die Bürgermeisterin feierlich auf die Klingel gedrückt hat, war die Website live und das Festival eröffnet. Gegen 20.20 Uhr war unser eigener Duo-Beitrag dann im Livestream zu sehen.

Summerjazz Pinneberg

Das Festival geht noch das ganze Wochenende weiter, und es macht wahnsinnigen Spaß, sich durch die 50 Videos zu klicken. Also los: www.summerjazz-online.de

Das unerträgliche Liebeslied

Mit meinem Duo spielen wir schöne Liebeslieder. Das mit dem „schön“ hebe ich hier einmal ausdrücklich hervor, dann nicht alle Liebeslieder sind zwingend schön. Ziemlich viele sind ganz entsetzlich, und die spielen wir natürlich nicht.

Und dann gibt es noch solche Liebeslieder, die eigentlich total hübsch sind, die aber trotzdem keiner hören mag, weil sie einfach damals bereits völlig verhunzt in die Hitparaden gekommen sind.

In unserer Rubrik „Das unerträgliche Liebeslied“ wählen wir für jedes Konzert einen wirklich furchtbaren Lovesong aus, den jeder kennt, und arrangieren ihn komplett um. Unser Ziel ist: Wir machen aus diesen hässlichen Entlein der Musikgeschichte, die sie sind, endlich den wunderschönen Schwan, den sie sein sollten!

In diesem Sinne: Hier unsere Version von Rick Astley’s „Never gonna give you up“.

Welchen missratenen Lovesong sollen wir als nächstes rehabilitieren? Ideen nehmen wir gerne entgegen.

Liebeslieder im Akkord

Laute Musik kann ich. Jetzt mal ein Feldversuch, ob’s auch ganz leise geht: Unter dem etwas sperrigen Bandnamen Cristina Zeitz singt Liebeslieder, Andreas Ravn drückt dazu passend Tasten spiele ich mit der fantastischen Cristina eigene und abgeguckte Arrangements internationaler Liebeslieder für Klavier und Gesang.

Damit durften wir bereits in Cafés, im Radiosender und im Goldbekhaus auftreten, es folgen zunächst Ostseeinseln, ein Friseursalon und ein Bestatter. Scheint überall zu passen. Zu unserer Musik und unserer Website passt übrigens am besten Rotwein.

10 Jahre propellerhead

Heute vor zehn Jahren habe ich mich selbstständig gemacht! Viele wechselnde Gesichter, Technologien, Kunden und Projekte kommen und gehen gesehen.

Dass dieses Jubiläum ansteht, ist mir vor ca. drei Monaten aufgefallen, aber erst heute nachmittag wieder eingefallen. Da musste dann also schnell noch ein Jubiläumsvideo produziert werden. Den Anzug, den Propeller und die Kerzen von damals besitze ich gottseidank noch. Wohlsein!

Finale Furioso

Größer, schneller lauter! Heute durfte ich mit einem, zeitweise sogar mit zwei gleichzeitig spielenden Orchestern eine Art Symphonischen Dancefloor bestreiten: Das Symphonische Blasorchester Norderstedt, ergänzt um ein Rockquintett, ein Gesangsensemble sowie Solisten an Gesang und Saxophon, brachte anlässlich des Eröffnungskonzerts des Landesmusikfests Schleswig-Holstein eine Auftragskomposition für riesenhafte Besetzung auf die Bretter der Norderstedter TriBühne. Und ich hatte Gelegenheit, all die fiesen Keyboard-Sounds, die man sonst nicht ungestraft benutzen darf, tatsächlich einmal vor Publikum anzuwenden. Herrlich!

LandesMusikFest FURIOS

Wir haben es geschifft!

Die Bundestagswahl ist vorbei, und glaubt mir, ich habe getan was ich konnte: Vier Wochen lang beim Kabarett im Theater Wedel dem Publikum erklärt, wie man sich an der Wahlurne verantwortungsbewusst verhält.

An Bord des Kreuzfahrtschiffs „Querschnitt Deutschland“ gehen einige scheinbar ganz normale Deutsche auf große Fahrt, um den deutschen Optimismus in die ganze Welt zu verschiffen. So zumindest der geheime Plan, der natürlich gründlich in die Hose geht.

Abseits dieser Rahmenhandlung wurden die bayrischen Extrawürste in der Bundespolitik mit der „Bavarian Rhapsody“ besungen, eine Bienenfamilie sann Rache gegen die Menschheit und die traditionellen Herren am Deich erweiterten ihren Hofladen um Haschkekse. Und vieles mehr, das sich das Autorenteam des Kabaretts seit Anfang des Jahres erdacht hat.

Aus meiner Feder stammte „Kenn‘ se den?“, in dem fünf Generationen in einem Wartezimmer die Parallelen zwischen Schulhofwitzen und der Arbeitslosigkeit diskutierten.

Im „Wahl-Lokal“ ignoriert ein Restaurant kurzerhand die Bestellungen der Gäste und serviert stattdessen ihr eigenes, unappetitliches Menü, garniert mit Lügen, Verleumdungen und Schuldzuweisungen – Parallelen zum Verhalten der Regierungsparteien nach der Wahl wären rein zufällig.

„Gefühlsecht“ widmet sich schließlich der schlechten Idee des „Wählens nach Bauchgefühl“, indem es einen Architekten, einen Herzchirurgen und einen Strafrichter besingen lässt, wie sie ihren Beruf „einfach so nach Gefühl“ ausüben.

Und dann durfte ich vor der Pause selbst auf die Bühne und in meinem „Lied für Königstiger“ dem Publikum aufzählen, wie man in über 25 Ländern der Welt sich höflich in Richtung Toilette verabschiedet – der wahrscheinlich rechercheaufwendigste Song, den ich je schrieb.

17 Vorstellungen vor größtenteils ausverkauftem Haus, ein wunderbares Schauspielensemble und das nicht weniger wunderbare „Außerparlamentarische Orchester“ waren das halbe Jahr Arbeit vollkommen wert.

Diesmal im „APO“ musikalisch dabei:

Karen Ravn, Kerstin Kranz, Kanae Abe – Flöte
Martin Rövekamp – Trompete
Andy Nahapetian, Frank Gertich – Saxophon
Ekkehart Voß, Christoph Müller – Posaune
Christoph Buskies, Henry Altmann – Bass, Tuba
Michael Muth – Schlagzeug
und meiner Wenigkeit am Piano und manch anderem

Ich freue mich schon auf die nächste Wahl.

Wir schiffen das! Es ist wieder so weit: Wahlkabarett in Wedel

Wieder einmal darf ich im Theater Wedel mitwirken, diesmal ist (zum sechsten Mal?) wieder Kabarett angesagt. Ich habe ein paar Nummern geschrieben und sitze am Klavier. Mit mir auf der Empore ein bestens aufgelegtes „Außerparlamentarisches Orchester“, diesmal sogar siebenköpfig: Trompete, Saxophon/Klarinette, Posaune, Bass/Tuba, Schlagzeug, Klavier und – neu! – Flöte!

Seit etwa März arrangiere ich im Akkord (sic!) Songs für die Band, aber immer wieder haut es mich um, wenn ich bei der ersten Live-Probe den Sound echter Instrumente glänzen höre! Wahnsinn!

Inhaltlich sind wir wieder umtriebig: Nachdem wir vor vier Jahren nachts in den Reichstag eingestiegen sind, spielt das Geschehen diesmal an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, das mit bemerkenswerten Passagieren und einer bemerkenswerten Crew in bemerkenswerter Mission unterwegs ist.

Weiterhin erfährt man eine Menge über Leberwurst-Eis, und auch die Duu-Jaas, die Alten Damen und das Kasperle sind wieder dabei.

Karten gibt es seit neuestem auch online beim Theater Wedel.

Kommet zuhauf. Nur zusammen schiffen wir das!

Einzelhandel: stationär oder schon ambulant?

Einkaufen gehen wird täglich schwerer. Ich weiß nicht mehr genau, wann das anfing. Vielleicht als Tchibo begann, in seinen Läden alles außer Kaffee zu verkaufen. Oder als Aldi Ende der Neunziger plötzlich Computerfachmarkt wurde. Schon damals beschlich uns doch das Gefühl, dass Laden und Ware eigentlich nicht zusammengehören!

Und wie sieht es heute aus? Zum Paketabholen gehe ich in den Weinladen, denn dort bringt der Postbote es ungefragt hin, wenn ich nicht zuhause bin. Will ich hingegen nur eines abgeben, so kann ich das auch beim Bäcker tun. Früher war dafür die Post zuständig, aber die möchte heute in erster Linie Versicherungen und USB-Sticks verkaufen. Bei uns im Stadtteil verkauft sie ironischerweise auch Brot. Glühbirnen (100 Watt, für alles darunter kann man auch biolumineszentes Plankton verwenden) bekomme ich im Werkzeugfachhandel. Eine dafür geeignete Lampe (mit Keramikfassung) im Zooladen (für die Eidechsen, wissenschon). Bier gibt es an der Tankstelle. Fällt mir das Bierglas aus der Hand, gehe ich damit — richtig! — zum örtlichen Headshop, denn dort gibt es den anscheinend letzten verbleibenden Glasbläser Hamburgs.

Und obwohl der ganz viele Cannabisblätter an seinem Schild dran hat, gibt’s da nix zum Kiffen. Dafür müsste man zum Beispiel zum Busbahnhof, der so heißt, weil da früher mal die Bahn Busse fahren ließ. Zwischendurch machte das auch mal die Post. Also, Busfahren, nicht Cannabis verkaufen. Habe grad gelesen, demnächst macht das die Apotheke. Also, Cannabis verkaufen, nicht Bus fahren.

Obwohl, wer weiß.

Ja, mit V. Ohne U.