Nach uns die Sintflut!

Das Landesverfassungsgericht bringt einmal wieder Schwung ins kulturelle Leben Schleswig-Holsteins: danke der vorgezogenen Landtagswahl gibt es wieder Wahlkabarett am Theater Wedel! Und da dies ja angesichts des Weltuntergangs am 21. Dezember eine recht kurze Legislaturperiode wird, haben wir es um so eiliger, die Zuschauer auf den rechten demokratischen Weg zu führen.

Ich sitze – wie schon die letzten vier Legislaturperioden – am Klavier und begleite das Geschehen gemeinsam mit dem großartigen „Außerparlamentarischen Orchester“ (Andy Nahapetian/Frank Gertich – sax, Michael Muth/Till Pape – drums, Jan Angermüller/Gerd Bauder/Henning Kiehn – bass). Ferner habe ein paar der Theaternummern geschrieben, und trete als „Sprechender Hut“ in Erscheinung.


Das Außerparlamentarische Orchester, hier: Michael, Jan, Frank und ich (Foto: Felix Nagel)

Gerade die Tätigkeit als Szenenautor bringt für mich eine ungekannte Spannung mit: galt bisher die Premierenangst dem korrekten Ablauf der Musik (habe ich wieder eine Zeichengebung zum Einsatz vermasselt, und findet das Publikum mal wieder alles zu laut?), so sorgt nun das Hoffen und Bangen, dass das Publikum die sorgsam ausgearbeitete Pointe erstens versteht, und zweitens komisch findet, für Nervosität.

Im Idealfall nehmen die Zuschauer neben den Witzchen auch noch die Botschaft mit nach Hause, zum Beispiel zu Themen wie Überwachungsstaat (Chanson „Hallo junger Mann“), politisches Desinteresse (Talkshow „Nullrunde“) und kleinbürgerliches Demokratieverständnis (Song „Klage und Volksentscheid“). Übrigens darf ich im Rahmen dieses Kabaretts erstmals meine Comedy-Ballade „Cappuccinoluder“ allein am Klavier (mit herzzerreißendem Saxophonsolo mittendrin) öffentlich präsentieren.

Bislang war das Publikum glücklicheweise begeistert, und auch die Kritiken fielen positiv aus (wenngleich offensichtlich den Redakteuren entgangen ist, dass bei der Show auch Musik dabei war).

„Nach uns die Sintflut“ läuft noch bis zum 5. Mai 2012 im Theater Wedel.


Am Ende heißt es: „Sollte die Welt doch nicht untergehn, freuen wir uns auf ein Wiedersehn!“ (Foto: Felix Nagel)

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